Page 10

cnefortbildung_2016_01_Ausgabeonline

PFLEGEINTERVENTION a b Abb. 2 Ventroglutäale Injektion nach Sachtleben (Crista-Methode). a Die rechte Hand wird so in die Flanke des Patienten gelegt, dass der Zeigefi nger an der Knochenleiste der Crista iliaca liegt. b Bei einem Erwachsenen werden 3 Querfi nger der linken Hand über dem Trochanter major angelegt und der kleine Finger wird 8 CNE.fortbildung • 1 I 2016 cne.thieme.de Oberschenkelinjektion Die Injektion in den Oberschenkel erfolgt in den Musculus quadriceps femoris bzw. Musculus vastus lateralis. Die Injektionsmenge ist auf 5 ml begrenzt. Nicht injiziert werden sollten ölige oder kortikoidhaltige Lösungen sowie Antibiotika und Antirheumatika, da die Muskelmasse des Oberschenkelmuskels geringer und die Resorptionszeit im Oberschenkelbereich länger ist. Zu Beginn wird der Patient gebeten, sich auf den Rücken zu legen. Die knöchernen Orientierungspunkte sind der Trochanter major (großer Rollhügel) und die Patellla (Kniescheibe). Je ein Kleinfingergrundgelenk wird auf die Kniescheibe und den Trochanter major gelegt. Die rechtwinklig abgespreizten Daumen können nun leicht die untere (dorsale) Begrenzung des M. vastus lateralis ertasten. Das Injektionsgebiet liegt in einem Feld oberhalb der Infoservice Autor Heiko Käding, Dipl.-Pfl egepädagoge (FH), Forchheim Mehr in CNE.online Der neue CNE Film „Ventroglutaeale Injektion nach von Hochstetter“ zeigt Schritt für Schritt, wie Sie den Patienten auf die Injektion vorbereiten und diese sicher durchführen. beiden Daumenspitzen in der Mitte des seitlichen Oberschenkels (→ Abb. 3). Der Kanüleneinstich erfolgt im 90 °-Winkel. Dabei ist zu beachten, dass das Bein nicht in Außenrotation liegen darf, da in dieser Lage Gefäße getroffen werden könnten. Das weitere Vorgehen erfolgt analog der Beschreibung bei der Von-Hochstetter-Methode. Komplikationen Wird ein Medikament versehentlich zu nah an einen Nerv appliziert, kann er geschädigt werden. Die Folgen sind starke Schmerzen und ggf. funktionale Einschränkungen durch dauerhafte Schädigung des Nervs. Während und nach einer Injektion kann es zur Hämatombildung kommen. Besonders gefährdet sind Patienten mit Gerinnungsstörungen und Patienten mit Cumarintherapie (z. B. Marcumar). Bei diesen Patienten ist eine intramuskuläre Injektion kontraindiziert. Wenn aseptische Standards nicht eingehalten werden, kommt es zu einer Keimverschleppung ins Gewebe, ggf. mit Abszessbildung bis hin zur generalisierten Sepsis. Besonders gefährdet sind Menschen mit herabgesetztem Immunsystem, z. B. alte Menschen, Diabetiker, Menschen mit einer HIV-Infektion oder Patienten nach Organtransplantation. █ abgespreizt. Die Injektionsstelle befi ndet sich zwischen kleinem Finger und Ringfi nger. Fotos: Alexander Fischer Injektionsbereich Abb. 3 Auffi nden Injektionsbereich Oberschenkel: Die Kleinfi ngergrundgelenke liegen auf der Kniescheibe und dem Trochanter major. Die Daumen ertasten die untere Begrenzung des M. vastus lateralis. Foto: Alexander Fischer


cnefortbildung_2016_01_Ausgabeonline
To see the actual publication please follow the link above