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cnefortbildung_2016_01_Ausgabeonline

PFLEGEINTERVENTION 10 CNE.fortbildung • 1 I 2016 cne.thieme.de ge der Portnadel richtet sich nach Körperkonstitution des Patienten und damit des Abstandes zwischen Hautoberfläche und Portkammer. In der Regel wird eine Länge von 19 mm verwendet. Kachektischen Patienten stehen Kanülen mit 16 mm, adipösen Patienten 25–30 mm lange Kanülen zur Verfügung; je nach Hersteller können die Längen leicht differieren. Die Viskosität der zu applizierenden Lösung bestimmt den Außendurchmesser der Kanüle; gängige Größen sind 0,9 mm und 1,1 mm. · Des Weiteren werden benötigt: sterile Kompressen, gegebenenfalls sterile Schlitzkompressen · 10 ml NaCl 0,9 % · Hautdesinfektionsmittel · sterile Handschuhe · Händedesinfektionsmittel · 10 ml Spritze · geeignetes Verbandsmaterial (z. B. Tegaderm®, Fixomull®) · ein Verschlusssystem (z. B. Combi-Stopper®, Posiflow®) Um hohe Drücke und damit Beschädigungen der Portkammer oder des Katheters mit der Gefahr von Paravasaten zu vermeiden, dürfen nur Spritzen mit einem Volumen von 10 ml und mehr zur Anwendung kommen. Portpunktion Generell sollte die Erstpunktion postoperativ durch einen Arzt erfolgen. Liegen keine operationsbedingten Schwellungen des Gewebes vor, kann dies zeitnah und noch während des stationären Aufenthaltes erfolgen. · Zu Beginn wird die Haut im Bereich des Portes auf Entzündungszeichen untersucht (→ Abb. 2). Eine Rötung oder gar Schwellung im Bereich der zu punktierenden Stelle stellt eine klare Kontraindikation dar und muss von Seiten des behandelnden Arztes abgeklärt werden. · Schmerzempfindliche Patienten können ca. 1–2 h vor Punktion ein Lokalanästhetikum in Form von Salbe oder Pflaster (z. B. Emla®-Pflaster) aufbringen. · Eine liegende Position des Patienten ist zumeist von Vorteil, da durch einen geraden Rücken die Palpation des Portsystems erleichtert wird. Eine sitzende Position sollte durch eine Rückenlehne unterstützt werden, damit der Patient im Moment der Punktion nicht unwillkürlich ausweicht. · Nach hygienischer Händedesinfektion und Vorbereiten des Materials wird die Fläche im Bereich des Portes mit Hautdesinfektionsmittel unter Berücksichtigung der vom Hersteller vorgegebenen Einwirkzeit eingesprüht. Hierbei den Patienten auffordern, den Kopf in entgegengesetzte Richtung zu drehen, um zu verhindern, dass durch Ausatmen oder Sprechen der desinfizierte Bereich wieder kontaminiert wird. · Das Abwischen des Desinfektionsmittels erfolgt mittels steriler Kompresse. Dieser Vorgang wird dreimal wiederholt. · Die Punktion erfolgt mit sterilen Handschuhen, da die Portkammer mit einer Hand fixiert und die darüber liegende Haut gestrafft werden muss (→ Abb. 3). · Der Patient wird aufgefordert, einzuatmen und die Luft anzuhalten. Abb. 2 Zum Punktieren geeignete Portanlage Abb. 3 Mit sterilen Handschuhen wird der Port punktiert. Dabei wird die Haut gestraff t. Abb. 4 Spülung des Ports mit einer 10-ml Spritze 2 3 4 Fotos: 2 u. 4 Werner Krüper; 3 Sebastian Dörschug


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