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cnefortbildung_2016_01_Ausgabeonline

PFLEGEINTERVENTION 12 CNE.fortbildung • 1 I 2016 können dem Patienten gut über ein Portsystem verabreicht werden. Dennoch müssen Einschränkungen für die Lebensqualität beachtet werden. Indikationen für parenterale Therapien unter kurativ- sowie auch palliativmedizinischen Gesichtspunkten und alternative Applikationswege sind grundsätzlich vor Beginn und im Verlauf zu prüfen. █ cne.thieme.de · Notwendigkeit des regelmäßigen Spülens vor und nach der Applikation von Infusionen · Portnadel regelmäßig alle 7–10 Tage wechseln · Volumen von Spritzen muss mindestens 10 ml betragen (zu hoher Druck bei kleineren Spritzen möglich). · sofortiger Kontakt zum Pflegedienst/ Arzt bei versehentlichem Ziehen der Nadel während laufender Infusion oder Stillstand (Gefahr der Okklusion) · bei Schmerzen und Schwellung im Bereich des Ports (Paravasat), Schmerzen im Bereich des Halses und der betroffenen Extremität (Thrombose), Schüttelfrost und Fieber ca. 30 bis 45 Min. nach Anschließen einer Infusion (Portinfektion) unverzüglich Infusion beenden und Arzt informieren · geeignete Länge der Portnadel · Falls Portsystem rückläufig, ist die Blutabnahme darüber möglich. · Bei Blutentnahmen sind die ersten 5 ml zu verwerfen. Das System anschließend mit 20 ml NaCl 0,9 % spülen. Delegation möglich? – Im Zuge der Aufklärung über die medizinisch-pflegerische Versorgung von Portsystemen sollten Patienten und deren Angehörige ebenfalls über die rechtliche Problematik des Portnadelwechsels informiert werden. Bislang fehlt ein richterliches Urteil, welches Rechtssicherheit geben könnte. Momentane Möglichkeiten: · Im ambulanten Bereich darf die Tätigkeit nicht delegiert werden, da bei einem Problem kein schnelles ärztliches Eingreifen möglich ist. · Im stationären Bereich darf diese Tätigkeit delegiert werden, weil in einer Problemsituation schnelles ärztliches Eingreifen möglich ist. · Ausnahmesituation im ambulanten Bereich stellen Patienten dar, die sich in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung befinden. Hier kann die Portpunktion delegiert werden, da dem Palliativpatienten jegliche Belastung durch zusätzliche Wege und Wartezeiten genommen werden soll (Tolmein 2013). Zusammenfassung: Bei ordnungsgemäßem Umgang und Einhaltung hygienischer Vorgaben bietet ein Portsystem für den Patienten besonders auch im ambulanten Bereich viele Vorteile. Flüssigkeit, ggf. parenterale Ernährung und Arzneimittel zur Symptomkontrolle Infoservice Autoren Sebastian Dörschug, Dipl.-Pflegewirt (FH), stellv. Geschäftsführer Humanitus Ambulanter Pflegedienst, Bonn Dr. Klaus Ruberg, Fachapotheker für Offizinpharmazie und Pflegeversorgung; Palliativnetz südlicher Erftkreis e. V. Sektion Pharmazie in der DGP Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e. V. Literatur Arends J et al. DGEM Guidelines Enteral Nutrition: Oncology. Akt Ernähr Med 2003; 28, Supplement: S61–68 Arends J, Züricher G, Dossett A, Fietkau R, Hug J, Schnid I, Shang E, Zander AR. Parenteral Nutrition: Non-surgical Oncology. Akt Ernähr Med 2007; 32: 3–6 Bertoglio S, Solari N, Meszaros P, Vassallo F, Bonvento M, Pastorino S, Bruzzi P. Efficacy of normal saline versus heparinized saline solution for locking catheters of totally implantable long-term central vascular access devices in adult cancer patients. Cancer Nurs. 2012 Jul–Aug; 35(4): E35–42 DGEM-Leitlinie klinische Ernährung 2013; 107 Dümichen MJ, Seeger K, Lode HN, Kühl JS, Ebell W, Degenhardt P, Singer M, Geffers C, Querfeld U. Randomized controlled trial of taurolidine citrate versus heparin as catheter lock solution in paediatric patients with haematological malignancies. J Hosp Infect. 2012 Apr; 80(4): 304–9 Goossens GA, Jérôme M, Janssens C, Peetermans WE, Fieuws S, Moons P, Verschakelen J, Peerlinck K, Jacquemin M, Stas M. Comparing normal saline versus diluted heparin to lock non-valved totally implantable venous access devices in cancer patients: a randomised, non-inferiority, open trial. Ann Oncol. 2013 Apr 3. [Epub ahead of print] Handrup MM, Fuursted K, Funch P, Møller JK, Schrøder H. Biofilm formation in long-term central venous catheters in children with cancer: a randomized controlled open-labelled trial of taurolidine versus heparin. APMIS. 2012 Oct; 120(10): 794–801 Pieroni KP, Nespor C, Ng M, Garcia M, Hurwitz M, Berquist WE, Kerner JA. Evaluation of ethanol lock therapy in pediatric patients on long-term parenteral nutrition. Nutr Clin Pract. 2013 Apr; 28(2): 226–31 Robert Koch Institut, Hrsg. Prävention gefäßkatheterassoziierter Infektionen, 2002, Bundesgesundheitsbl – Gesundheitsforsch -Gesundheitsschutz 2002; 45: 907–924 Simon A, Ammann RA, Wiszniewsky G, Bode U, Fleischhack G, Besuden MM. Taurolidine-citrate lock solution (TauroLock) significantly reduces CVAD-associated gram-positive infections in pediatric cancer patients. BMC Infect Dis. 2008 Jul 29; 8: 102 Teichgräber UK, Pfitzmann R, Hofmann HA: Central venous port systems as an integral part of chemotherapy. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(9): 147–54 Tolmein O. Punktion der Portkammer – eine delegierbare Tätigkeit? Zeitschr für Palliativmed 2013; 7(18) Uhrig M. Portkatheter. Leitlinien und Pflegediagnosen. Arbeitskreis Pflege der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie. 3.2012, Im Internet: www.dgho-onkopedia.de, zuletzt abgerufen 11.11.2015


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