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cnefortbildung_2016_01_Ausgabeonline

PFLEGEINTERVENTION 2 CNE.fortbildung • 1 I 2016 Foto: Regina Friedle cne.thieme.de – Medizinischer Überblick – Pathophysiologie des Herzinfarktes 2014 starben in Deutschland ca. 50 000 Menschen an einem akuten Herzinfarkt. Das sind deutlich weniger als noch vor 20 Jahren, denn die kardiologische Versorgung konnte wesentlich verbessert werden. Dennoch sterben viele Patienten plötzlich, in der frühen Phase und noch bevor ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden kann. Von: Michael Gügel Definition Der Herzinfarkt (HI) – synonym auch Myokardinfarkt, Koronarinfarkt oder Herzmuskelinfarkt – beschreibt den Gewebsuntergang des Herzmuskels durch eine akute Durchblutungsstörung des Herzmuskelgewebes. Der Begriff des Herzinfarktes wird verwendet, wenn ein Zusammenhang zwischen den klinischen Beschwerden und Hinweisen auf eine myokardiale Nekrose besteht (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie 2012; Andreae 2006). 8nteUscheidXnJ 67(0,Nicht-67(0, – Es wird zwischen einem Myokardinfarkt mit und ohne ST-Strecken-Anhebung unterschieden: der ST-Strecken-Hebungsinfarkt = STEMI und der Nicht-ST-Hebungsinfarkt = NSTEMI. In früheren Statistiken wurde der NSTEMI nicht berücksichtigt. Durch die auch hier vorliegende Erhöhung des herzspezifischen Enzyms Troponin wird er jedoch inzwischen ebenfalls als Herzinfarkt definiert (Deutsche Herzstiftung 2014: 2). Des Weiteren unterscheidet man den akuten und den abgelaufenen Myokardinfarkt. Zur Sicherung der Diagnose eines akuten Myokardinfarktes gilt weiterhin der Anstieg und/oder Abfall eines kardialen Biomarkers über den Referenzwert. Hier ist vor allem das kardiale Troponin ausschlaggebend (Schofer et al. 2014: 65). Abbildung 1 beschreibt den Verlauf der typischen Enzymveränderungen beim Herzinfarkt. Um einen akuten Myokardinfarkt jedoch als gesichert zu diagnostizieren, gehören noch weitere Kriterien. Europäische und amerikanische kardiologische Fachgesellschaften verständigten sich in ihrer Definition darauf, dass als Zeichen für den akuten Myokardinfarkt die typischen Symptome der myokardialen Ischämie und die ischämiebedingten EKG-Veränderungen ausreichen. Der Nachweis eines intrakoronaren Thrombus sei nicht mehr


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