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PFLEGEINTERVENTION CNE.fortbildung • 1 I 2016 5 Foto: Alexander Fischer – Schmerzbekämpfung und Reperfusion – Medikamentöse cne.thieme.de Therapie Bei Patienten mit einem akuten Myokardinfarkt stehen die Schmerzbekämpfung und die möglichst schnelle Reperfusion im Vordergrund. Dies soll verhindern, dass der Herzmuskel nicht noch mehr belastet und Myokardgewebe geschont wird. Von: Thomas Adelmann Gemäß der ESC-Leitlinien zur Versorgung eines Infarktpatienten gilt es zunächst, diesem die Schmerzen zu nehmen oder zu lindern. Hierbei wird die intravenöse Gabe von Opiaten präferiert. Zusätzlich kann zur Beschwerdelinderung Nitroglycerin sublingual verabreicht werden. Wenn eine primäre perkutane Koronarintervention (PCI) innerhalb von 120 min nach dem ersten medizinischen Kontakt nicht möglich ist (vgl. Zeymer et al. 2013: 415), sollte eine Fibrinolyse als medikamentöses Behandlungsziel eines akuten ST-Hebungs-Infarktes in weniger als 30 Minuten nach dem ersten medizinischen Kontakt (EMK) erfolgen (vgl. Deutsche Gesellschaft für Kardiologie 2012: 18). Die PCI wird jedoch als die bevorzugte Reperfusionstherapie bei Patienten mit STEMI angesehen. Um diese unverzüglich durchzuführen, muss der Patient zuvor medikamentös vorbereitet werden. Die ESC Guidelines empfehlen hierbei eine kombinierte Gabe von Thrombozytenhemmern, bestehend aus ASS und einem ADP-Rezeptor-Antagonisten. Die Substanzen Prasugrel und Ticagrelor werden wegen ihrer schnelleren und effektiveren Wirkung bei einer Mehrzahl der Patienten gegenüber Clopidogrel präferiert. Hat der Patient in der Vorgeschichte einen Schlaganfall bzw. eine Transischämische Attacke (TIA) erlitten, ist Prasugrel jedoch kontraindiziert (vgl. DGK 2012: 20f; Zeymer et al. 2013: 412). Eine intravenöse Antikoagulation, beispielsweise mit Heparin, muss bei der primären PCI zusätzlich verwendet werden (vgl. DGK 2012: 21). Eine Erhaltungsdosis der oben genannten Medikamente zur antithrombozytären Therapie nach PCI ist des Weiteren erforderlich (ebenda: 26). █ Infoservice Autor Thomas Adelmann, stv. Stationsleitung, Chest Pain Unit, Deutsches Herzzentrum München Literatur Die Literaturangaben finden Sie auf CNE.online: cne.thieme.de


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