Page 26

cnefortbildung_2016_01_Ausgabeonline

PFLEGEINTERVENTION 8 CNE.fortbildung • 1 I 2016 cne.thieme.de Seit Neuestem wird aber auch der Zugang über die A. radialis empfohlen, da hierbei die lokalen Blutungskomplikationen reduziert werden können (Zeymer et al. 2013). 3ostoSeUatiYe hbeUZachXnJ hbeUZachXnJ sicheUstellen – Wird der Patient von der Intensivstation auf die normale Station verlegt, sollte die Intensivpflegefachkraft bei der Übergabe alle wichtigen Informationen zur erfolgten Intervention und zur individuellen Situation des Patienten vermitteln. Dann wird zunächst die Herz-Kreislauf-Situation geklärt. Inwieweit ist der Patient herzkreislaufstabil? Neigt er zu Brady- oder Tachykardien? Zur kontinuierlichen Überwachung wird der Patient auch auf Normalstation weiterhin an einen EKG-Monitor angeschlossen. Der Blutdruck wird sequentiell gemessen. NachblXtXnJen NontUollieUen – Da die Patienten für die Herzkatheteruntersuchung heparinisiert bzw. antikoaguliert wurden, sollte in der postoperativen Überwachung ein besonderes Augenmerk auf Nachblutungen gelegt werden. Meist wird als Punktionsstelle die A. femoralis gewählt. Nach der PTCA wird dieser femorale Gefäßzugang für ca. 20 Minuten manuell komprimiert und dann für 4–12 Stunden mit einem Druckverband versorgt. Alternativ kann der Zugang auch durch moderne Systeme (z. B. FemoSeal ®/Angioseal®) verschlossen werden, die schnell und effektiv eine Hämostase induzieren. Unabhängig von der Art des Gefäßverschlusssystems muss die Leiste regelmäßig, halbstündlich auf sichtbare Blutungen, Hämatome und Verhärtungen hin kontrolliert werden. Auch die Fußpulse müssen immer wieder geprüft werden. Mögliche innere Nachblutungen sollten als Komplikation bedacht werden. Dem Patienten wird empfohlen, das Bein möglichst gestreckt zu halten, die Leiste sollte nicht über 30 Grad gebeugt werden. )lssiJNeitsbilan] SUIen – Sofern aus medizinischer Sicht nichts dagegenspricht, sollte der Patient reichlich Flüssigkeit zu sich nehmen (1–2 Liter pro Tag), damit das während der Katheteruntersuchung verabreichte Kontrastmittel relativ zeitnah wieder ausgeschieden wird. Während der Phase der Bettruhe benötigt der Patient dann Hilfestellung bei der Urinausscheidung. Dadurch kann es für den Patienten zu einem Konflikt kommen zwischen dem Wunsch nach Privatsphäre und dem häufig notwendigen Wasserlassen. Pflegende müssen hier die Situation individuell einschätzen und den Patienten entsprechend aufklären, informieren und begleiten, denn eine schambedingte Reduktion der Trinkmenge sollte unbedingt vermieden werden. Patienten mit bekannter Niereninsuffizienz erhalten zur Spülung Infusionen mit Kochsalzlösung. Der Patient darf, wenn von ärztlicher Seite nichts dagegenspricht, nach dem Eingriff essen. %eZXsstsein NontUollieUen – Selten, aber dennoch nicht zu vernachlässigen sind Komplikationen wie z. B. ein Apoplex. Fällt der Patient durch Sprachstörungen, eingeschränkte Motorik der Extremitäten, Blick- oder Blickfeldveränderungen auf, muss der zuständige Arzt informiert und es müssen umgehend weitere Schritte eingeleitet werden. (instichstelle YeUsoUJen Xnd YoUsichtiJ PobilisieUen – Nach der Entfernung des Druckverbandes erfolgt eine palpatorische und auskultatorische Kontrolle der A. femoralis. Dadurch werden Pseudoaneurysmen bzw. arteriovenöse Fisteln ausgeschlossen. Meist wird die ca. 0,5 cm große Einstichstelle mit einem Pflasterverband versorgt. Wenn keine lokalen Taubheitsgefühle mehr bestehen und der Patient kreislaufstabil ist, darf er mobilisiert werden. Bei älteren Patienten ist ggf. physiotherapeutische Unterstützung notwendig, junge Patienten dagegen müssen oft in ihrer Aktivität etwas gebremst werden. Trotz insgesamt kurzer Bettruhe ist die körperliche Schonung für mindestens eine Woche ratsam. Exzessives Treppensteigen, Fahrradfahren, Leistungssport und/oder schweres Heben über 10 kg sollten vermieden werden. Am 1. postoperativen Tag wird ein 12-Kanal-EKG geschrieben und routinemäßig Blut entnommen, es erfolgt ein Herzultraschall und ggf. bei Nachblutungen oder bei Hämatombildung eine Leistenduplex-Sonografie. Intrathorakale Druckerhöhungen, ausgelöst durch starkes Husten oder Pressen beim Stuhlgang, können durch Pneumonie- oder Obstipationsprophylaxe vermieden werden. █ a b c Abb. 2 PTCA. a Der Pfeil markiert die ausgeprägte Verengung der Koronararterie. b Das Gefäß wird mittels Ballondilatation erweitert. c Um das dilatierte *efä‰ offen zu halten, wird ein Stent eingelegt. Quelle: aus Arastéh et al. Duale Reihe Innere Medizin. Thieme 2012 Infoservice Autoren Thomas Adelmann, stv. Stationsleitung der Chest Pain Unit am Deutschen Herzzentrum München Bernd Wühr, Stationsleitung am Deutschen Herzzentrum München Literatur Die Literaturangaben finden Sie unter CNE.online: cne.thieme.de CNE In der Mediathek auf CNE.online finden Sie den Film „Elektrokardiogramm“. Hier erfahren Sie, wie ein EKG geschrieben wird.


cnefortbildung_2016_01_Ausgabeonline
To see the actual publication please follow the link above