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cnefortbildung_2016_01_Ausgabeonline

PFLEGEINTERVENTION CNE.fortbildung • 1 I 2016 3 3s\chologin befasste sich mit k|rSer orientierten Prozessen der menschlichen Entwicklung und persönlichen Entfaltung. Beide studierten Verhaltenskybernetik bei Karl U. Smith. Beide hielten in der Ernest-Holmes Fachklinik in Kempten ab dem Jahr 1976 gemeinsam mit dem Tänzer John Graham Gentle Dance-Workshops ab. Geprägt waren diese Kurse unter anderem (Moshé )eldenkrais und *regor\ Bateson von der Tänzerin Anna Halprin, die sich mit (selbstheilenden AsSekten des 7anzens befasste. Sie versuchte, unheilbar kranken Patienten zu vermitteln, dass die eigene tänzerische Bewegung heilende Kräfte freisetzen kann (:orth 00. 6omit wurden in dieser Zeit Kinästhetik-Seminare erstmals auch als Therapieangebot genutzt. Im Jahr 1980 starteten Hatch und Maietta das Programm Kinaesthetics Infant Handling. In Zürich wurde der „Verein für Kinästhetik“ gegründet. In Zusammenarbeit Sehen Hören Riechen Schmecken cne.thieme.de mit der Krankenschwester Suzanne Schmidt-Bernard fand das Kinästhetik Programm Einzug in die Krankenpflege. Der erste berufsspezifische Kurs für Kinästhetik in der Krankenpflege fand im Krankenhaus Neumünster Zollikerberg in der 6chweiz statt (6chmidt et al. 10. Inzwischen wurden weitere spezialisierte Programme entwickelt. Dazu zählen Kurse für Angehörige, Wachkomapatienten, Handicapped People, Erziehung bei Kindern und das Programm für Gesundheit am Arbeitsplatz. *esXndheitsentZicNlXnJ aXs 6icht deU .inlsthetiN Gesundheitsentwicklung wird aus der Sicht des Gesundheitssystems im Allgemeinen nur unter den volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten gesehen. Aus statistischen Hochrechnungen werden Ausgaben für Gesundheit in Abhängigkeit von Demografie und Krankheitsvorkommen berechnet. Auf dieser Basis werden Gesundheitsförderprogramme entwickelt. Gesundheit wird als Status quo („Health is a state of complete physical, mental and social wellbeing and not merely the absence of disease or infirmit\µ >:+2 01@ mit den vorhandenen Defiziten betrachtet. Im Vergleich hierzu wird aus der Sichtweise der Kinästhetik die Gesundheitsentwicklung hauptsächlich als lebenslanger Prozess verstanden, bei dem die vorhandenen Bewegungsressourcen genutzt und weiterentwickelt werden. Jeder Mensch beeinflusst seine Gesundheit durch die Qualität seiner Bewegung in verschiedensten Lebensaktivitäten. Die Funktionen und Fähigkeiten werden stetig verbessert und optimiert. Hierbei sollen körperliche Schäden verhindert werden. · Gesundheit ist: ein dynamischer lebenslanger Prozess · ein natürlicher Zustand des Lebens, der sich entwickelt · ein erlerntes Verhalten · ein Status, der kontinuierlich praktiziert und verbessert wird, wobei die Interaktionsfähigkeit, die für Bewegung und Informationsaufnahme notwendig ist, weiter verbessert wird Gesund sein bedeutet, dass Wachstum und ein kompetentes Verhalten entsteht (+atch, Maietta 1. Ziel der Kinästhetik-Programme Das zentrale Ziel der Kinästhetik-Programme ist die Achtung auf die Gesundheitsentwicklung. Die Betroffenen sollen in ihren Alltagsaktivitäten und ihrer Bewegung unterstützt werden, sodass Eigenaktivität und somit Gesundheitsentwicklung möglich ist. Eine qualitative Unterstützung durch die Pflegeperson ist nur möglich, wenn diese ebenso auf die Qualität der eigenen Bewegung achtet. Unter dieser Betrachtung ist das Ziel in den Grundkursen, die Bewegungsempfindung und -kompetenz zu schulen. Pflegende müssen die Bewegungsressourcen der Betroffenen erkennen, die mithilfe der Interaktions- und Bewegungskonzepte genutzt und weiterentwickelt werden. .on]eSte Im Zentrum steht die Aktivität, welche mit Bewegung durchgeführt wird. Es wird besonders darauf geachtet, wie das Gewicht zur Schwerkraft organisiert ist. Die sechs Konzepte mit ihren Unterthemen (→ Abb. 2 geben die M|glichkeit als :erkzeuge, die Bewegungsaktivität unter verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, Bewegungen zu analysieren, zu optimieren und anzupassen. Konzept Interaktion Das Thema Interaktion, welches die drei Unterthemen Sinne, Bewegungselemente und Interaktionsformen beinhaltet, beschreibt die Wechselbeziehung zwischen zwei und/oder mehreren Handlungspersonen. GEHIRN Sensorischer Kortex Motorischer Kortex Thalamus Efferente Nervenbahnen Afferente Nervenbahnen Rückenmark Tasten Muskelspindeln Gelenkkapseln Reflex unwillkürlich Bewegungskorrektur willkürlich Abb. 1 Verarbeitung propriozeptiver Informationen grüne Pfeile Afferente Informationen werden zum *ehirn geleitet. *elbe Pfeile Efferente Informationen gelangen als Rückmeldung zu den Muskeln bzw. Gelenken. Quelle: Monika Lenker


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