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cnefortbildung_2016_01_Ausgabeonline

PFLEGEINTERVENTION 4 CNE.fortbildung • 1 I 2016 cne.thieme.de Die Qualität dieser Wechselbeziehung ist abhängig von der Interaktions- und Anpassungsfähigkeit der beteiligten Personen. Sie beinhaltet die verbale und nonverbale Kommunikation. Die Art und Weise der Berührung und Bewegung beeinflusst die Qualität des Zusammenspiels und die Interaktionskompetenz der Handlungspersonen. 6inne Die Sinne sind die Basis der Interaktionsfähigkeit. Durch sie werden die Reize von der Außensicht wahrgenommen. Das kinästhetische Sinnessystem gibt die Möglichkeit, die eigene Bewegung bzw. die Reize aus der Innensicht wahrzunehmen. Durch die Schulung der Wahrnehmung wird somit die Bewegungs- und Anpassungskompetenz gesteigert. Alle Sinne folgen der Bewegung. %eZeJXnJselePente Die Bewegung wird bestimmt durch die drei Bewegungselemente Zeit, Raum und Anstrengung. Durch Anpassung der absolut individuellen Elemente wird die Qualität der Bewegung beeinflusst. Jede Aktivität wird mit einer individuellen Zeitspanne, einem gewissen Maß an Anstrengung bzw. körpereigener Spannung und mit einem individuellen bzw. inneren Raum (abhängig von Gelenken und der eigenen AnsSannung durchgefhrt. :enn die =eit oder der Raum, die von außen vorgegeben werden, nicht passend sind, hat dies Einfluss auf die übrigen Bewegungselemente. Die äußere Anstrengung ist die Kraft, die bei einer Anleitung oder Unterstützung durch eine andere Person auf den Betroffenen einwirkt. Diese äußere Anstrengung hat Einfluss auf die innere Anstrengung des Betroffenen und somit auch auf die Bewegung, da sich die Anspannung überträgt. ,nteUaNtionsIoUPen Durch die Art, wie Bewegungselemente Zeit, Raum und Anstrengung zusammen- ·sp ielen, werden die Interaktionsformen gleichzeitig-gemeinsam, · schrittweise oder · einseitig bestimmt. Sie sind als Lernprozess zu verstehen. Die gleichzeitig-gemeinsame Interaktionsform entsteht hauptsächlich durch Berühren, Warten und Bewegen und wird durch das Kinästhetische Sinnessystem wahrgenommen. Die unterstützende Person gibt einen Bewegungsimpuls durch Berühren und wartet auf eine Reaktion des Betroffenen, um dann mit ihm gleichzeitig die Bewegung zu beginnen. Mit der gleichzeitig gemeinsamen Interaktionsform ist nicht alleine die zeitgleiche Bewegung gemeint. Die schrittweise Interaktionsform findet hauptsächlich durch Anleitung in kleinen Schritten statt. Es erfolgt immer eine Aktion und darauf eine Reaktion. Die einseitige Interaktion ist unter zwei Aspekten zu sehen. Entweder kann der Betroffene die Bewegungsaktion selbst durchführen oder der Unterstützende übernimmt die Kontrolle der Bewegungsunterstützung und wartet nicht auf die Reaktion des Betroffenen. Im ersten Fall ist die einseitige Interaktion gewünscht und sogar das Ziel. Im zweiten Fall ist sie als Manipulation zu verstehen. )XnkWionaOH AnaWomiH In dem Konzept mit den drei Unterthemen Knochen und Muskeln, Massen und Zwischenräume sowie Orientierung wird die Anatomie des Körpers aus funktionaler Sicht betrachtet. Diese Sicht beeinflusst die eigene Bewegung. Es wird der Fokus auf die Eigenschaften und Funktionen der verschiedenen Teile des Bewegungsapparates gelegt. Ebenso wird zwischen harten stabilen und flexiblen weichen instabilen Körperteilen unterschieden. .nochen Xnd 0XsNeln Knochen mit viel Gewicht sind hart und stabil. Dagegen sind Muskeln mit wenig Gewicht leicht und flexibel. Die weichen flexiblen Muskeln bewegen die harten stabilen Knochen in der Art, dass sie das Gewicht an die Unterstützungsfläche abgeben. Es wird darauf geachtet, dass die Muskeln frei von Gewicht sind, sodass Bewegung möglich ist. Somit ist Bewegung mit weniger Spannung und geringeren 6chmerzen m|glich (/enker 00. 0assen Xnd =ZischenUlXPe Der Körper wird in den sieben Massen (Kopf, Brustkorb, Becken, je zwei Arme und je zwei Beine und sechs =wischenräume (Hals, Taille, je zwei Schulter- und +ftgelenksebenen eingeteilt. 'ie Massen besitzen mehr schwerere und stabilere (kn|cherne, die =wischenräume mehr leichtere und fle[iblere (muskuläre Anteile. Die Massen geben das Gewicht an die Unterstützungsfläche ab und die Zwischenräume leiten die Bewegung von einer Masse zur nächsten weiter. Somit ist ersichtlich, dass die Bewegung leichter möglich ist, wenn eine Masse nach der Masse bewegt wird und die Zwischenräume nicht blockiert werden. 2UientieUXnJ Die Massen selbst unterscheiden sich in weichere und härtere Anteile. So ist z. B. der Brustkorb im Bereich des Rückens mit den Streckmuskeln hart und stabil und der Abb. 2 Grundgelegte Konzepte der Kinästhetik Quelle: ©Kinästhetik Deutschland


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