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cnefortbildung_2016_01_Ausgabeonline

PFLEGEINTERVENTION CNE.fortbildung • 1 I 2016 5 Brustkorb mit den Beugemuskeln weich, flexibel und sensibel. Die Orientierung im eigenen Körper hilft, die Bewegung der einzelnen Massen mit der geeigneten Bewegungsrichtung so zu steuern, dass das Gewicht über die stabilen Anteile (5ckseiten der einzelnen Massen an die Unterstützungsfläche geleitet wird. Eine Aktivität kann mit der angemessenen Anstrengung und größtmöglicher Kontrolle gestaltet werden. Aus den Unterthemen ergeben sich die geeigneten Kontaktpunkte, welche die harten stabilen Anteile (Knochen, Streckmuskeln der Massen sind. 6o ist z. B. der Kontakt bei der Masse Brustkorb am Rücken oder Rippenbogen günstiger als ein Kontakt im Zwischenraum Taille, der die Bewegung vom Brustkorb zum Becken weiterleiten soll. Menschliche Bewegung Man unterscheidet zwischen zwei Bewegungsarten, der stabilen Haltungs- und der instabilen Transportbewegung, die sich aus der Funktionalität der Anatomie ergeben. Daraus entwickelt sich entweder ein spiraliges oder paralleles Bewegungsmuster. Wenn nun ein Defizit hinzukommt, werden Bewegungen in dem gewohnten Muster vor eine Herausforderung gestellt. Das Ziel ist, den Betroffenen in seinem Muster zu unterstützen oder ihm ein anderes anzubieten. +altXnJs- Xnd 7UansSoUtbeZeJXnJ Um eine Bewegung durchführen zu können, sind stabile und instabile Anteile notwendig. So nimmt man erst Haltung ein, um sich dann fortbewegen zu können. Die Haltungsbewegung, die von den Massen ausgeht, hält die Beziehung der Massen zueinander. Sie ist eine kleine Beuge- oder Streckbewegung, die von den Massen ausgeht. Die Transportbewegung, die von den Zwischenräumen ausgeht, ist eine große Bewegung und findet in alle Richtungen statt und verändert die Beziehung der Massen zueinander. Diese beiden Bewegungsarten sind in jeder Bewegung in einem gleichmäßigen Verhältnis zueinander enthalten und garantieren, dass trotz der veränderten Beziehung der Massen zueinander eine Stabilität in der Bewegung vorhanden bleibt. Wenn das Verhältnis zugunsten der Haltungsbewegungsanteile cne.thieme.de verschoben ist, bringt dies eine vermehrte Stabilität, aber auch eine bestimmte Steifheit, wie z. B. bei einem Morbus-Parkinson-Betroffenen mit sich. Bei einem schwachen Menschen ist das Verhältnis zugunsten der instabilen Anteile, der Transportbewegung, verschoben. Je nach Verhältnis ist das Unterstützungsangebot unterschiedlich. Entweder bietet man mehr Bewegungsrichtungen oder mehr Stabilität (Unterstützung in der Haltungsbewegungen, z. B. Brustkorb aufrichten an. 3aUallele Xnd sSiUaliJe %eZeJXnJsPXsteU Jeder Mensch hat sein eigenes gewohntes Bewegungsmuster. Beim spiraligen Bewegungsmuster wird die Beziehung der Massen durch Bewegungen in verschiedene Richtungen zueinander verändert. Obwohl in dieser Bewegung mehr instabile Transportbewegungsanteile enthalten sind, kann diese Bewegung in diesem spiraligen Muster trotzdem kontrolliert werden. Sie bleibt stabil, weil das Gewicht über die Knochenstruktur zur Unterstützungsfläche abgegeben wird. Beim parallelen Bewegungsmuster, das vermehrt Haltungsbewegungsanteile enthält, wird die Beziehung der Massen kaum zueinander verändert. Das Gewicht wird vermehrt von den Muskeln getragen, was eine erhöhte Anstrengung erfordert. AnsWrHnJXnJ Dieses Konzept beschäftigt sich mit den zwei Anstrengungsarten Ziehen und Drücken, wodurch ein Spannungsnetz aufgebaut wird. Somit ist eine Bewegung möglich. Je nachdem, wie das Ziehen und Drücken organisiert ist, wird die Bewegung mit mehr oder weniger Anstrengung durchgeführt. Je höher die eigene Anstrengung ist, umso weniger kann die eigene und die Bewegung des anderen wahrgenommen werden. Menschliche Funktion In den ersten vier Konzepten werden die Grundlagen der Bewegung bzw. des Bewegungsaufbaues aufgezeigt. In diesem Konzept werden die einfache und die komplexe Funktion der Bewegung unterschieden und beschrieben. (inIache )XnNtion Die grundlegendste Funktion ist das Einnehmen einer der sieben Grundpositionen, was gleichbedeutend als einfache Funktion bezeichnet wird. Wenn man die Entwicklung der Bewegungskompetenz eines Babys betrachtet, ist zu sehen, dass die erste Grundposition die Rückenlage ist. Je mehr sich das Baby entwickelt, lernt es, sich von der Rücken- in die Bauchlage, von der Bauchlage in den Schneidersitz, vom Schneidersitz zum Vierfüßlerstand (.rabbeln, vom 9ierfßlerstand zum Ein Bein-Kniestand, vom Ein-Bein-Kniestand zum Ein-Beinstand und dann zum Zwei- Beinstand zu bewegen. In jeder dieser sieben Grundpositionen wird das Gewicht unterschiedlich zur Schwerkraft und zur Unterstützungsfläche organisiert. .oPSle[e )XnNtion Wenn zu der einfachen Funktion noch eine Bewegungsaktivität ausgeführt wird, wird von einer komplexen Funktion gesprochen. Die komplexen Funktionen unterscheiden sich wiederum in einer „Bewegung am Ort Aktivität“, die willkürlich (z. B. essen, schreiben, lesen und ausscheiden oder unwillkrlich (z. B. schlucken, ausscheiden und atmen ausgefhrt wird. Im Unterschied dazu gibt es die Fortbewegungsaktivität (z. B. gehen, sich auf dem Stuhl rückwärtsbewegen, im Bett kopfwärtsbewegen . Wenn die unterstützende Person weiß, wie das Gewicht in der jeweils geeigneten Position organisiert ist, kann sie dem Betroffenen helfen, z. B. eine stabile Sitzposition einzunehmen. So kann dieser die Bewegung am 2rt (atmen, essen bestm|glich oder auch selbstständig ausführen. Umgebung Die Umgebung hat Einfluss auf die Körperspannung und damit auf die eigene Bewegungsmöglichkeit. Somit ist es wichtig zu erkennen, welche Umgebungsgestaltung möglich ist, um Anpassungen vornehmen zu k|nnen (6uter 01. 6o ist eine harte Unterlage unter den Beinen beim Sitzen für den Betroffenen hilfreich, wenn dieser z. B. aufgrund seiner Körpergröße mit seinen Beinen beim Sitzen nicht auf den Boden kommt, um eine stabile Sitzposition einzunehmen.


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