Page 4

cnefortbildung_2016_01_Ausgabeonline

PFLEGEINTERVENTION 2 CNE.fortbildung • 1 I 2016 cne.thieme.de – Was ist notwendig bei Injektion und Punktion? – Hygienemaßnahmen Das Infektionsrisiko durch Injektionen oder Punktionen ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Wann Sie welche Hygienemaßnahmen ergreifen müssen, erfahren Sie in diesem Artikel. Von: Rolf Prions Foto: Alexander Fischer Die Haut ist eine natürliche Schutzbarriere, die den Menschen vor dem Eindringen von Mikroorganismen schützt. Diese Barriere wird erwiesenermaßen bei allen Patienten für die Probenentnahme, wie z. B. Blut, aber auch für minimalinvasive Eingriffe verletzt. Injektionen und Punktionen sind heute die häufigsten invasiven Maßnahmen, welche in allen Institutionen der Gesundheitsversorgung durchgeführt werden. Die Bandbreite, was alles unter Injektionen und Punktionen fällt, ist sehr groß! Dies reicht von der einfachen s. c.-In- Die Empfehlungen für die Durchführung von Punktionen und Injektionen durch medizinisches Fachpersonal ist in den Richtlinien für Krankenhaushygiene vom Robert Koch Institut herausgegeben. Sofern die Patienten selber Medikamente injizieren müssen, gibt es für die Durchführung Empfehlungen der unterschiedlichen Fachgesellschaften, z. B. der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Infektionsrisiko bei Injektionen und Punktionen Das Risiko, aufgrund einer Injektion oder Punktion eine Infektion zu bekommen, ist je nach Art und Ort des Eingriffes unterschiedlich. Die Höhe des Risikos und die Höhe der Eintrittswahrscheinlichkeit sind abhängig vom Patienten selber. Was hat dieser für Grund- oder Vorerkrankungen, welche Risikofaktoren bestehen, wie ist die allgemeine Abwehr? Ein weiterer Faktor ist die Art und der Zielort der Punktion bzw. Injektion. Ist der Zielort einer Punktion ein per se steriler Bereich, wie z. B. ein großes Gelenk, reichen bereits wenige verschleppte Mikroorganismen aus, eine Infektion auszulösen. In gut durchbluteten Körperbereichen, wo die Abwehrreaktionen des Immunsystems schnell reagieren können, ist eine vergleichbar hohe Anzahl an eingebrachten Mikroorganismen erforderlich, um eine Infektion auszulösen. Ein weiterer Faktor für das Infektionsrisiko ist der Durchmesser der verwendeten Kanüle bei einer Injektion oder Punktion. Großlumige Kanülen bergen ein höheres Risiko für das Einschleppen von Keimen als kurze Kanülen mit einem kleinen Lumen. Dies begründet sich mit dem Einschleppen von ausgestanztem Gewebe an den Zielort der Injektion bzw. Punktion. Eine weitere Gefahr für eine Infektion sind die Rahmenbedingungen, wann und wo eine Injektion oder Punktion durchgeführt wird. Dazu zählen die räumliche Umgebung, in der die Maßnahme durchgeführt wird, und die Situation, in welcher sich der Patient zum Zeitpunkt der Maßnahme befindet. So ist z. B. die Einlage eines Venenkatheters im Vorraum eines Operationssaals weniger kritisch als diejektion bis hin zu tiefen Punktionen unter Verwendung großlumiger Punktions- oder Biopsienadeln. Bei hygienisch unsachgemäßer Durchführung der Injektionen und Punktionen können Mikroorganismen in den Körper des Patienten eindringen. Häufig werden diese Mikroorganismen völlig unbemerkt durch die körpereigene Abwehr angegriffen und zerstört. Sobald sich aber die Keime im Körper ausbreiten und vermehren, spricht man von einer Infektion. Diese kann lokal begrenzt, aber auch systemisch auftreten.


cnefortbildung_2016_01_Ausgabeonline
To see the actual publication please follow the link above