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cnefortbildung_2016_01_Ausgabeonline

PFLEGEINTERVENTION 10 CNE.fortbildung • 1 I 2016 cne.thieme.de tensiv wahrgenommen, wenn der Patient Sprache und Gestik nicht mehr verstehen kann´ (N\dal, Bartoszek 000. ,nIo 1 3Ua[istiSSs ]XU %eUh- ·UX nJsTXalitlt keine punktuellen Berührungen · keine oberflächlich streifenden Berührungen · keine abgehackten, fliehenden Berührungen · Keine überhastete Arbeitsweise: Ansonsten werden unklare Informationen vermittelt, welche Verwirrung stiften. · Berührungen ruhig mit flächig aufgelegter Hand deutlich beginnen und enden – allzu häufig dominieren noch die Finger bei Berührungen des Patienten. · vorüberziehend mit konstantem Druck arbeiten · Bei Ausstreichungen und therapeutischen Waschungen: Hierbei wird der Genitalbereich grundsätzlich ausgespart. Nur EINE Pflegeperson berührt den Patienten, damit es beim Empfänger nicht zu Missverständnissen durch unterschiedliche Berührungs Tualitäten kommt. · Hilfreich ist die sogenannte Initialberührung. Infrage kommt dabei entweder die rechte oder linke Schulter (je nachdem ob der Patient Rechts- oder Linkshänder ist) oder der in der Gesellschaft anerkannte Händedruck. Diese Intervention findet dann zu Beginn jeder pflegerischen Ma‰- nahme statt und wird im Pflegeplan als erster Punkt hinterlegt. Auch ist es sinnvoll, ein kleines Hinweisschild in der Nähe des Patienten zu platzieren, welche Initialberührung wo stattfinden soll. In der Regel werden dem Patienten bei einem Haut-zu-Haut-Kontakt Informationen über die Beziehung vermittelt. Werden Medien wie Handschuhe oder Frotteewaschlappen oder -handtücher, Lotion etc. benutzt, vermitteln wir ihm in erster Linie Informationen über sich selbst. %eisSiel soPatische 6tiPXlation Die neurophysiologische Waschung, welche bei Hemiplegie, vielen Sensibilitätsstörungen, veränderter Wahrnehmung der Körpermitte und Neglect indiziert ist, orientiert sich an drei zentralen Zielen der Basalen Stimulation. Persönliches Ziel der Waschung aus Patientensicht: Wiedererkennen und Eingliederung der „verlorenen“ Körperhälfte in das Ich-Bild und Körpergefühl. Zentrale Ziele der Basalen Stimulation: das eigene Leben spüren, den eigenen Rhythmus entwickeln, Beziehungen aufnehmen und Begegnungen gestalten. Das eiJene /eben sSUen Eine wesentliche Voraussetzung sich einheitlich, „ganz“, vollständig und lebendig zu fühlen, ist, den eigenen Körper in all seinen Facetten zu spüren und zu erfahren. Den eiJenen 5h\thPXs entZicNeln Der Verlust der Fähigkeit, koordinierte Bewegungen durchführen zu können, behindern respektive zerstören die Erfahrungen mit dem eigenen Körper. Nicht mehr flexibel mit langsamen oder auch schnellen Bewegungen reagieren zu können, wird als eine schwerwiegende Beeinträchtigung und Verlust von Normalität erlebt. %e]iehXnJen aXInehPen Xnd %eJeJ- nXnJen Jestalten Der Patient erlebt sich entweder in zwei Körperhälften aufgeteilt oder als nur eine Hälfte. Die innere und äußere Harmonie ist extrem gestört. Das Erleben der Extremitäten, die Berührung eines anderen Menschen hat eine völlig andere Qualität angenommen, welche als minderwertig und „unnormal“ erlebt wird. Die Harmonie der inneren und äußeren Körperwelt kann mit der neurophysiologischen Waschung unterstützt werden (→ ,nIo 2. ,nIo 9oUJehen bei deU neXUo Sh\sioloJischen :aschXnJ · Grundsätzlich wird der Genitalbereich ausgespart. Er wird entweder eine ganze Weile vor oder nach der Basalen Stimulation gereinigt. · Initialberührung an der rechten Schulter, wenn der Patient Rechtshänder ist · Gewohnheiten des Patienten zur Waschwassertemperatur erfragen · Zeitpunkt der Waschung wird mit dem Patienten oder mit den Angehörigen geplant · raue Materialien wie Tennissocken oder Frotteewaschlappen verwenden; zum Abtrocknen Frotteehandtuch benutzen · mit gleichförmigen Bewegungen und sanftem Druck den in → Abb. 4 aufgezeigten Pfeilen folgen, in der Mitte den Druck etwas verstärken, dabei auf der unbeeinträchtigten Seite starten. Hier sitzt das sog. „Gedächtnis´, welches zur beeinträchtigten Seite „hinüber gewaschen wird´. Das Ganze insgesamt ca. drei Mal wiederholen. Das Abtrocknen ebenfalls nach dieser Vorgabe durchführen. · die Waschabschnitte zur Orientierung für den Patienten verbal begleiten · Anschlie‰end wird der K|rper mit einer enganliegenden Decke umgeben, damit während der Atembewegungen eine Reibung des Materials auf der Haut erzeugt wird. · Verabschiedung wie Initialberührung oder Verabschiedung grundsätzlich auf der kontralateralen Seite. · Mindestruhephase von 20 bis 30 Minuten einhalten · Die Waschung wird nun in den Pflegealltag integriert und nach den vereinbarten Zeiten durchgeführt. Wie lange sie notwendig sein wird, bestimmt alleine der Patient. Mit der Waschung treten wir in einen gemeinsamen wechselseitigen Dialog und erkennen und dokumentieren Veränderungen, welche im Idealfall wiederum andere Reaktionen seitens Patient und Pflegeperson zur Folge haben. %eisSiel YestibXllUe 6tiPXlation Eine vestibuläre Stimulation ist immer gekoppelt mit Aspekten der somatischen Stimulation wie Berührung und mit ggf. verbaler Begleitung als akustische Stimulation. PP P = Plegie Abb. 4 :aschrichtung bei der neurophysiologischen :aschung Quelle: Doris Strauch


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