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cnefortbildung_2016_01_Ausgabeonline

PFLEGEINTERVENTION CNE.fortbildung • 1 I 2016 11 Vor dem Positionswechsel von der linken Seitenlage in die rechte sollten Sie „der ·B ewegung eine Richtung geben“. Initialberührung der linken Schulter, wenn der Patient Linkshänder ist · kurze, knappe verbale Begleitung, dass er nun auf den Rücken gedreht wird · Beachten der Berührungsqualität · Stellen Sie sich seitlich ans Kopfende und bilden Sie mit aneinandergelegten Händen eine Halbschale. Die Rückseiten der aneinandergelegten Hände liegen auf der Matratze, die Handinnenflächen tragen den Kopf des Patienten. · den Kopf nun langsam und sanft von der einen auf die andere Seite bewegen, dies circa vier bis sieben Mal wiederholen; cne.thieme.de den Kopf auf der Seite liegen lassen, auf der der Patient letzten Endes zu liegen kommt · dann, wieder unter Beachtung der Berührungsqualität, mit zweimaligem Ausstreichen der rechten oberen Extremität zusätzlich verbal ankündigen, dass er nun auf diese Seite bewegt wird · während der Bewegung in die rechte Seitenlage, erneute Anwendung der Berührungsqualität · Verabschiedung entweder an derselben Schulter wie die Initialberührung oder die Verabschiedung grundsätzlich auf der contra lateralen Seite durchführen. 0eUNe Reagiert der Patient während des Hin- und Herbewegens des Kopfs mit Anstieg der Vitalwerte oder/und einer schnelleren AtemfreTuenz, sollten Sie kurz zuwarten. Regulieren sich die Symptome nicht, brechen Sie den Positionswechsel ab und versuchen Sie es später wieder. Wiederholt sich diese Reaktion, nehmen Sie Abstand von der Intervention. Wahrscheinlich lehnt der Patient diese dann ab. Die Erhöhung der Werte ist in diesem Falle seine Art, sich gegen die Intervention auszusprechen. 0eUNe Je nach Krankheitsbild und seinen Auswirkungen lernt der Patient häufig zu einem späteren Zeitpunkt seines Genesungsprozesses erneut, seine K|rperhälften in rechts und links zu definieren. Daher sollten Sie zunächst mit Ausstreichen und Benennen, dass dies die Seite ist auf die er nun bewegt wird, reagieren. %eisSiel YibUatoUische 6tiPXlation Die vibratorische Stimulation ist gekoppelt mit dem Aspekt der somatischen Stimulation der Berührung. Das Geräusch des Rasierers ist eine akustische Stimulation. · Initialberührung · den Elektrorasierer durch die Handinnenflächen des Patienten gleiten lassen · anschließend einschalten, damit er sowohl das Geräusch hört als auch die Vibration wahrnimmt · Führen Sie den Rasierer in der Hand des Patienten, zuerst an die rechte, dann an die linke Wange und führen Sie im Sinne des Rasierens Bewegungen durch. Welche Seite zuerst stimuliert wird, hängt davon ab, ob der Patient Rechts- oder Linkshänder ist. Ausnahme: Patienten mit einer Sensibilitätsstörung respektive einer Plegie. Dort so vorgehen wie bei der neurophysiologischen Waschung beschrieben. · insgesamt circa drei bis fünf Minuten so fortfahren · Verabschiedung mit Initialberührung wie oben beschrieben 0eUNe Grundsätzlich k|nnen Stimulationsangebote miteinander kombiniert werden. Wird erstmalig mit der Umsetzung des Konzeptes begonnen, gilt: Weniger ist mehr. Eine hberforderung und auch eine Unterforderung müssen vermieden werden. 9eUlndeUtes 6elbstYeUstlndnis deU 3Á eJenden Bei Menschen mit schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist es wichtig, dass Pflegende die veränderte Lebenswelt des anderen erspüren und seine Signale aufgreifen. Sie können ihm neue Möglichkeiten unter Berücksichtigung der vorher gemachten Erfahrungen und der wahrscheinlichen Zukunft anbieten, um sich neu zu entdecken und zu verstehen. Patient und Pflegender werden somit eine bestimmte Zeit einen gemeinsamen Weg gehen. Der Pflegende lernt, sich auf den Patienten einzulassen, Nähe zuzulassen und nach Beendigung auch wieder loszulassen. Die Erfahrung und Schulung der eigenen begrenzten Wahrnehmung bedingt auch, die Situation des Patienten zu erkennen, ihn dort abzuholen und idealerweise weiterzuentwickeln. Erst wenn Pflegende dies verstanden haben, wissen sie, dass Basale Stimulation auf ganz individuellen Wahrnehmungserfahrungen beider Seiten basiert. Als Erkenntnis kann festgehalten werden, dass Basale Stimulation nicht einfach mittels x-beliebiger Interventionen auf jeden Patienten übertragbar ist. Vielmehr reift hier auf Wissen und Respekt vor dem Individuum eine spezielle Art des Umganges miteinander heran. Dies hat mit der eigenen Person und ihrer Persönlichkeit zu tun. Letzten Endes entscheidet der Patient über die Wirkung und Weiterentwicklung des Angebotes. █ Infoservice Autorin Doris Strauch, Fachgesundheits- und Krankenpfl egerin Intensivpfl ege und Anästhesie, freigestellte Pra[isanleiterin Weiterbildung Intensivpfl ege und Anästhesie, Wunde[pertin ICW, Lehramt Sekundarstufe II, Lehrtätigkeit am Universitätsklinikum Düsseldorf/Bildungszentrum Literatur Die Literaturangaben fi nden Sie auf: cne.thieme.de.


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