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KOMMUNIKATION 6 CNE.fortbildung • 1 I 2016 cne.thieme.de Mühe, wenn es darum geht, effizienter zu arbeiten oder neue Verfahren zu entwickeln, um den Arbeitsprozess zu vereinfachen! „Jetzt geben wir schon alles vor … und nichts tut sich!“ Häufig wird dann eine neue Führungskraft ausgewählt, mit dem Ziel, die eigenen Lösungsstrategien besser umzusetzen. Voraussetzung: gemeinsame Ziele Eine Arbeitsgruppe sollte eine gemeinsame Zielsetzung haben und diese mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verfolgen. Damit ist ein Team nicht zu verwechseln mit einer Gruppe von Mitarbeitern, die zufällig in der gleichen Organisation, mit gleicher Qualifikation in derselben Abteilung/ Station arbeiten. Fehlt eine Identifikation der Mitarbeiter mit den Zielen der Organisation, ist eine Verantwortung für die Erreichung der Ziele schlichtweg nicht möglich. Deshalb ist es wichtig, dass sich alle für diese Ziele verpflichten und gemeinsam Wege suchen, diese zu erreichen. Ein solches Ziel könnte z. B. sein: „Die Station X nimmt sich vor, im nächsten Jahr die Fähigkeit zur Selbstreflexion zu schärfen.“ Für viele Organisationen stellt sich daher die Frage, welche Formen der Teamorganisation gibt es und wie können Mitarbeiter besser in die Verantwortung einbezogen werden, damit sie sich mit den Zielen der Organisation identifizieren. Qualitätszirkelarbeit In jeder Organisation gibt es Arbeitsabläufe, die nicht effizient sind und verbessert werden können. Als Instrument zur Beteiligung des Personals an geeigneten Lösungen hat sich die Qualitätszirkelarbeit als außerordentlich erfolgreich erwiesen. Dabei wird den Kollegen die Verantwortung übergeben, bestimmte Problemstellungen selbstständig zu lösen. Dies setzt jedoch Führungskräfte voraus, die den Mitarbeitern Fehler zugestehen können und nicht jede Entscheidung für eine Problemlösung letztendlich selber in die Hand nehmen. Ein Vorschlag zur Problemlösung aus Mitarbeitersicht, der nur 80 %igen Erfolg hat, von ihnen aber engagiert umgesetzt wird, ist erfolgreicher als eine 100 %ige Problemlösung, die von den Führungskräften kommt und vom Personal halbherzig mitgetragen und vielleicht umgesetzt wird. Mithilfe der Qualitätszirkelarbeit können die verschiedenen Anforderungen der Patienten und auch der Angehörigen mit den Mitarbeitern reflektiert werden. Zielsetzung von Qualitätszirkelarbeit ist z. B., die Orientierung innerhalb der Klinik so zu realisieren, dass die internen Arbeitsabläufe patientenorientiert und wirtschaftlich gestaltet sind. Voraussetzung: Organisation Ohne die bereits genannten gemeinsamen Ziele und ohne eine klare Führungskonzeption ist es schwierig, ein Team zu ·fo rmen. Ein tolles und motiviertes Team … hat hohe Leistungsnormen. Neue Anforderungen spornen das Arbeitskollektiv an. Alle Teammitglieder sind bereit, Höchstleistungen zu erbringen. · Unterforderung ist für die Arbeitsgruppe langweilig. · Misserfolge werden gemeinsam analysiert und Lehren daraus gezogen. · Gemeinsame Erfolge werden gebührend gefeiert und spornen zu noch höheren Leistungen an. Diese Höchstleistungen basieren auf einem guten Teamklima, das durch Zusammenhalt gekennzeichnet ist. In einer Atmosphäre, die durch Neid, Misstrauen, Rivalitäten und Unzufriedenheit geprägt ist, können keine Kreativität, Hilfs- und Einsatzbereitschaft oder Offenheit entstehen. Teamentwicklung – ja oder nein? Für die Notwendigkeit von Teamentwicklung gibt es eine Vielzahl offener und versteckter Hinweise. Stellen Sie sich einmal folgende Fragen: · Halten sich die Gruppenmitglieder an getroffene Vereinbarungen? · Ist jeder Einzelne bereit, Verantwortung für die Gruppe zu übernehmen? · Werden die wirklich wichtigen Dinge offen angesprochen? · Gibt es eine gemeinsame Zielsetzung, nach der alle Gruppenmitglieder streben? · Unterstützen sich die Kollegen gegenseitig? · Sind die Abläufe reibungslos und effizient? · Sind unsere Patienten, Ärzte und anderen Mitarbeiter in den Abteilungen oder Bereichen mit unserer Leistung voll zufrieden? · Bin ich bereit, für die Gruppe Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen? · Spüre ich ein besonderes Gefühl der Verbundenheit? · Gehe ich gerne zu den Teambesprechungen? Tab. 1 Welche Chancen und Risiken sind mit der Entwicklung einer Teamorganisation verbunden? Risiken Chancen · zu geringe Manpower vorhanden · sehr kostenintensiv · kurzfristiger Aufwand, langfristiger Nutzen unklar · Haltung der Führungsebene ist unklar. · Überforderung · Grundvoraussetzungen, klare Strukturen müssen stimmen · viel Disziplin erforderlich · Alle Mitarbeiter müssen einbezogen sein. · Moderator muss finanziert werden. · zeitintensiv · Es ist etwas vorgegeben – langer steiniger Weg. · höchster Nutzen · effektives teamorientiertes Arbeiten · bietet Chancen · Ansprechpartner sind da. · kurzfristiger Aufwand, langfristiger Nutzen erkennbar · Eigenes Selbstbewusstsein wird gestärkt. · Neutralität durch Ansprechpartner von außen · Klare Strategien und Rahmenbedingungen sind gegeben. · Aktuelles Wissen wird vermittelt. · Problembezogene Themen werden bearbeitet. · Qualitätssicherung · gemeinsames Profil entwickeln · praxisnah


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