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KOMMUNIKATION 5. Selbstverwirklichung 4. Ich-Bedürfnisse 3. Soziale Zugehörigkeit 2. Sicherheit und Geborgenheit CNE.fortbildung • 1 I 2016 9 – Bedürfnisorientiert motivieren – Motivationstheorie nach Maslow Motivierende Maßnahmen sollten auf die Bedürfnisse des einzelnen Mitarbeiters abgestimmt werden. Anhand seiner Bedürfnispyramide liefert Maslow wichtige Anhaltspunkte. cne.thieme.de Von: Helga Kirchner Foto: Alexander Fischer Das Arbeitsklima wird wesentlich von den Motiven der Mitarbeiter beeinflusst, die diese hinsichtlich der Arbeitsziele und in der zwischenmenschlichen Zusammenarbeit bewegen. Das Leistungsverhalten von Menschen lässt sich immer weniger mit einer traditionellen Außensteuerung (d. h. mit „unter Druck setzen“ oder mit „Belohnung“) verändern. Die Bereitschaft, sich mit neuen Dingen auseinanderzusetzen, muss vielmehr von innen kommen, das heißt, wenn ich jemanden veranlassen will, etwas anders zu tun, muss ich an seine Motive anknüpfen (Maslow 1954). Für die Praxis bedeutet das, dass ein müder, hungriger oder kranker Mensch als Gesprächspartner schlechte Voraussetzungen für ein Motivationsgespräch mitbringt. Die von Maslow (1954) entwickelte Motivationstheorie geht davon aus, dass menschliche Bedürfnisse in fünf Stufen gegliedert werden können, die man wie auf einer Treppe herauf- und herabgehen kann. Dabei kann jedoch keine Stufe übersprungen werden (→ Abb. 1). Die drei ersten Stufen beschreiben Bedürfnisse, deren Nichtbefriedigung immer ein Defizit herbeiführt. Beispielsweise möchte jemand, der lebensbedrohlich erkrankt ist, in erster Linie wieder gesund werden, und erst dann ist es für ihn von Bedeutung, ob sein Arbeitsplatz (Stufe zwei) als gesichert gilt oder nicht. Die Stufen vier und fünf werden als Überflussmotive bezeichnet, deren Befriedigung wünschenswert, aber nicht lebensnotwendig ist. Sie werden nur dann realisiert, wenn die Grundbedürfnisse befriedigt worden sind. Die fünf Bedürfnisstufen lösen unterschiedliche Erlebnis- und Verhaltensweisen aus. Möchten Führungskräfte im Motivationsgespräch an diese Bedürfnisse anknüpfen, ergeben sich folgende Möglichkeiten, im Gespräch Beobachtungen, Meinungen oder Verhaltensweisen auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen (→ 7ab. 1). Grundbedürfnisse sichern Ein Mitarbeiter mit einer lebensbedrohlichen Krankheit rückt seine Empfindungen, die hiermit zusammenhängen, in den Vordergrund. Private Dinge können für ihn nun solche Bedeutung bekommen, dass Tätigkeiten, die mit dem Arbeitsleben zusammenhängen, unwichtig werden. %eUXÁiche 6icheUheit scha̵en Durch eine Neustrukturierung der Aufgaben innerhalb eines Arbeitsbereiches (Stufe zwei), werden plötzlich Fähigkeiten bedeutsam, die der Mitarbeiter noch 1. Grundbedürfnisse Abb. 1 Fünf Bedürfnisstufen nach Maslow Quelle: Eigene Darstellung


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