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cnefortbildung_2016_01_Ausgabeonline

KOMMUNIKATION Tab. 1 Erlebens- und Verhaltensweisen nach Motivationsstufen Motivationsart Erleben Gezeigtes Verhalten Selbstverwirklichung Abwechslungsreiche Aufgaben Erfolgszuversicht und Zufriedenheit Ich-Bedürfnisse: Status, Macht, Anerkennung 10 CNE.fortbildung • 1 I 2016 cne.thieme.de nie anwenden konnte. Neue Dinge rufen zunächst Angst und Unsicherheit hervor und fördern eine verstärkte Suche nach Hilfe und Orientierung. Ist diese Suche abgeschlossen und fühlt sich die Person der Situation gewachsen, kann sie die dritte Stufe betreten, die als Suche nach Zugehörigkeit zu einer Gruppe bezeichnet werden kann. Für sozialen Zusammenhalt sorgen Im Umgang mit anderen Menschen zeigt sich schnell, wann dieses Bedürfnis der dritten Stufe zufriedenstellend gestillt ist. Wenn sich beispielsweise jemand darüber äußert, dass seine Familie, seine Freunde oder seine Arbeit ihn mit Stolz erfüllen, dann ist die Zugehörigkeit zu einer Gruppe gegeben. Dies führt zu Gefühlen, wie „Ich bin okay, die anderen sind okay“, womit das Selbstwertgefühl gestützt wird, das die Grundlage für eine zufriedenstellende Leistung bildet. Personen, die sich selbst vertrauen, also ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten, sind auch im beruflichen Alltag stressstabil und leistungsfähig. Umgekehrt führt ein Angriff auf das Selbstwertgefühl des Mitarbeiters zur Produktion von Abwehrmechanismen, die unnötig viel Energie beanspruchen. Die Aufmerksamkeit ist dann nicht auf die Aufgabe bezogen, sondern auf die Rechtfertigung des eigenen Verhaltens. Anerkannt sein In der vierten Stufe werden Ich-Bedürfnisse angesprochen, die dazu beitragen, das Selbstwertgefühl zu festigen. Wenn beispielsweise ein Mitarbeiter neue Aufgaben übertragen bekommt, die seinen Kompetenzbereich erweitern, trägt dies zu seiner Anerkennung und Wertschätzung bei. Die Bewältigung der neuen Aufgaben ist mit einem frischen Selbstwertgefühl verbunden, das sich motivationsfördernd auswirken kann. Jeder Mitarbeiter, der von anderen Personen vermittelt bekommt, dass er anerkannt und akzeptiert ist, fühlt sich okay. Fehlen diese Umweltreaktionen, so entsteht die Suche nach Anerkennung auf anderen Feldern. Beispielsweise interessiert sich ein Kollege, dessen Bedürfnisse nach Anerkennung nicht im Beruf befriedigt werden, plötzlich intensiv für Fußball, Gartenbau oder sonstige Hobbys. Wissen und Leistung können nun in einem anderen Betätigungsfeld unter Beweis gestellt werden und führen so zu einer Befriedigung des Ich-Bedürfnisses (vgl. Stufen vier und fünf). Potenziale und Fähigkeiten entwickeln Das Bedürfnis nach Selbstentfaltung und Selbstverwirklichung ist in der fünften Stufe enthalten. Hiermit ist das Bedürfnis des Menschen nach Sinngebung, Ordnung und Freiheit gemeint. Jede Einschränkung der Selbstentfaltungsmöglichkeiten führt zu einer erneuten Suche nach Betätigungsfeldern. Menschen, die bereit sind, Leistungen zu vollbringen, Begabungen zu entwickeln, Verantwortung zu übernehmen und sich für gesteckte Ziele einzusetzen, sind aktive, selbstständig arbeitende und verantwortungsbewusste Mitarbeiter. █ Mangel an Möglichkeiten erzeugt innere Unruhe, Wille nach Veränderung. Negativ-Äußerungen über Aufstiegsmöglichkeiten, Unzufriedenheit, Suche nach Veränderung Soziale Bedingungen: Zugehörigkeit zu einer Gruppe Soziale Isolierung, Ausgrenzung erzeugt Depression, Angst vor anderen, Angst vor Bewertungen. Sich-Zurückziehen, massive Suche nach Ausweichmöglichkeiten, Flucht in Krankheit, innere Kündigung Sicherheit und Geborgenheit Arbeitsplatzverlust oder Neustrukturierung innerhalb einer Station erzeugen Unsicherheiten, Mangel an Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl ist betroffen. Angst- und Furchtreaktionen, Desorientierung verstärkte Suche nach Sicherheit und Orientierung durch Arbeitsplatz- oder Einstellungswechsel usw. Grundbedürfnisse wie Atmung, Bewegung, Hunger Krankheit schränkt diese Bedürfnisse ein, z. B. Atemnot erzeugt Todesangst, völlige Zentrierung der Wahrnehmung auf Überlebensfunktionen. Beschäftigung mit der Krankheit, dem Tod etc. lässt alle anderen Bedürfnisse unwichtig erscheinen; hohe Selbstaufmerksamkeit und keine Sensibilität für andere. Quelle Maslow A.H. () Motivation and Personality. Harper Row Publishers Inc. Infoservice Literatur Maslow AH. Motivation and Personality. Harper & Row Publishers Inc.; 1954 Kirchner H. Selbstmanagement. In: Kerres A, Falk J u. Seeberger B (Hrsg.) Lehrbuch Pflegemanagement. Berlin, Heidelberg: Springer; 1999: 152 ff


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