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KOMMUNIKATION CNE.fortbildung • 1 I 2016 11 cne.thieme.de – Unter vier Augen – Das Motivationsgespräch Richtig motiviert macht die Arbeit Spaß, und der Mitarbeiter fühlt sich wohl. Das Motivationsgespräch dient dem gleichberechtigten Informationsaustausch und liefert wichtige Anreize zur Leistungssteigerung. Von: Helga Kirchner Foto: Alexander Fischer Viele Führungskräfte sind immer noch der Meinung, dass Mitarbeitergespräche unnütze Zeitverschwendung sind. Werden Pflegende befragt, so sagen viele, dass das letzte Gespräch mit der Stationsleitung etwa zwei Jahre her ist. Für die Mitarbeiter ist es jedoch außerordentlich wichtig, ein Feedback über die Motivation – die Leistungsfähigkeit – zu bekommen. Daher sollten Vorgesetzte mit Mitarbeitern ein Motivationsgespräch führen, insbesondere wenn diese „ausgebrannt“ wirken. Häufig sind Veränderungen im Arbeitsablauf für das Personal belastend. Daher sollte ein Motivationsgespräch auch immer dann geführt werden, wenn es um Neuerungen, z. B. Einführung der Bereichspflege, Standardisierung oder Dokumentation geht. → Abb. 1 zeigt die wichtigsten Aspekte, die den Verlauf des Gespräches positiv beeinflussen können. Mitarbeitergespräche erfordern viel Zeit für die Vorbereitung, das Gespräch selbst, zur Erforschung der Motivstruktur des Gesprächspartners und auch für die regelmäßigen Kontrollen und das Feedback. Jedoch zeigt sich, richtig motiviert, später der Erfolg und die Zusammenarbeit wird angenehmer. Um ein Motivationsgespräch zu führen, muss die Führungskraft sich zunächst einmal mit den Motivationsgründen der Mitarbeiter auseinandersetzen. Je nach Motivationsgrund können dann bestimmte Motivationsziele für das Gespräch abgeleitet werden. Die Motivationstheorie nach Maslow zeigt die Komplexität menschlichen Handelns auf (ausführlich s. Motivationstheorie im dritten Beitrag in dieser Lerneinheit). Bedürfnisse kennen Möchten Vorgesetzte ihre Mitarbeiter motivieren, müssen sie erst einmal die Ursachen für deren mangelnde Motivation herausfinden. Aus einer Umfrage in Produktionsbetrieben über Wünsche der Mitarbeiter aus der Sicht von Führungskräften und aus der Sicht der Mitarbeiter sind folgende Unterschiede ermittelt worden (→ Tab. 1). Diese Studie zeigt, dass erhebliche Unterschiede der Wichtigkeit bei Mitarbeitern und Führungskräften bestehen. Anerkennung für gut geleistete Arbeit ist den meisten Menschen sehr wichtig, während die Vorgesetzten diesen Aspekt nur an der achten Stelle der Prioritätenhierarchie setzen. Diese Wahrnehmungsverzerrung ist Zeichen dafür, dass Führungskräfte die Motive der Kollegen oft nicht richtig einschätzen können. Daher ist es wichtig, diese im Laufe des Gespräches zu erfragen. Bedürfnisse erkennen Möchten Vorgesetzte ihre Mitarbeiter motivieren, müssen sie erst einmal die Ursachen für deren mangelnde Motivation herausfinden. Folgende Stressoren und Ressourcen müssen überlegt werden: Motivation kann man daher nur erzeugen, wenn die Führungskraft organisationale Stressoren erkennt und die Ressour


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