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PFLEGEINTERVENTION Injektionsstelle Fotos: Werner Krüper CNE.fortbildung • 1 I 2016 7 lerangaben durchgeführt. Dabei hat sich folgende Methode bewährt: Erst sprühen, dann wischen, nochmals sprühen und antrocknen lassen; es ist mindestens eine Einwirkzeit von 30 Sekunden zu beachten. In der Trocknungszeit wird eine erneute hygienische Händedesinfektion durchgeführt und Einmalhandschuhe werden angelegt. Einstich – Die Haut wird leicht gespannt und die Kanüle senkrecht zur Hautoberfläche zügig eingestochen. Dabei sollte die Kanüle nicht bis zum „Anschlag“ eingestochen, sondern ein ca. 1 cm großer Sicherheitsabstand cne.thieme.de zwischen Haut und Nadelanschlussadapter belassen werden. Danach wird der Nadelanschlussadapter mit Daumen und Zeigefinger gefasst und eine Aspirationsprobe durchgeführt, indem der Spritzenkolben leicht zurückgezogen wird. Kommt bei der Aspiration Blut, wurde ein Blutgefäß getroffen. Die Injektion muss sofort gestoppt, die Kanüle entfernt, die Einstichstelle komprimiert und die Injektionslösung verworfen werden. Die Injektion muss mit neuem Material an einer anderen Stelle wiederholt werden. Kommt stattdessen Luft bzw. „nichts“, darf injiziert werden. Injektion – Die Injektionslösung wird langsam injiziert und der Patient dabei genau beobachtet. Bei starkem Schmerz (Brennen) muss die Injektion sofort abgebrochen und mit neuem Material an einer anderen Stelle wiederholt werden. Treten 2cm b ein „Kribbelgefühl“ oder Schmerzen beim Patienten auf, könnte das schmerzempfindliche Periost (Knochenhaut) betroffen sein, dann ist die Spritze geringfügig zurückzuziehen und danach langsam weiterzuinjizieren. Nach der Applikation wird die Kanüle zügig herausgezogen, die Injektionsstelle mittels eines Zellstofftupfers leicht komprimiert und ein Wundschnellverband auf der Einstichstelle angebracht. Nachsorge – Bei neueren Fertigspritzen und Kanülensystemen wird der Stichschutz aktiviert, um eine Eigenverletzung an der gebrauchten Kanüle zu verhindern, und die Kanüle noch am Patientenbett in den mitgeführten Kanülenabwurfbehälter entsorgt. Abschließend erkundigt man sich nach dem Befinden des Patienten, entsorgt die Materialien sachgerecht und dokumentiert die durchgeführte Injektion im Dokumentationssystem. Ventroglutäale Injektion nach der Crista-Methode Die Crista-Methode eignet sich besonders für Säuglinge, Kleinkinder und Kinder, da diese Methode die Körpergröße beim Auffinden der Injektionsstelle beachtet. Der Patient wird gebeten, sich auf die linke Seite zu legen und seine Knie leicht anzuwinkeln. Im nächsten Schritt legt die Pflegekraft ihre rechte Hand so in die Flanke des Patienten, dass der Zeigefinger an der Knochenleiste der Crista iliaca (Darmbeinkamm) liegt (→ Abb. 2a). Ist die Pflegekraft Linkshänderin, liegt der Patient auf der rechten Seite. Je nach Körpergröße des Patienten werden nun 1–3 Querfinger unterhalb der Crista iliaca auf der gedachten Frontallinie über dem Trochanter major (großer Rollhügel) angelegt (→ Tab. 1). Daneben befindet sich die Injektionsstelle (→ Abb. 2b). Das weitere Vorgehen erfolgt analog der Beschreibung bei der Von-Hochstetter-Methode. vorderer Darmbeinstachel Darmbeinkamm a Abb. 1 I. m.-Injektion nach von Hochstetter. a Der Zeigefi nder tastet den Darmbeinkamm und der Mittelfi nger den vorderen Darmbeinstachel. b Zeigefi nger wird 2 cm nach unten weggedreht, der Handballen kommt auf dem Trochanter major zum Liegen. Tab. 1 Anzahl der Querfi nger je nach Körpergröße bei der Crista-Methode Körpergröße Einstichstelle unterhalb des Beckenkamms Säugling bis 75 cm Körpergröße 1 Querfi nger (ca. 2,5 cm) Kleinkinder bis 125 cm Körpergröße 2 Querfi nger (ca. 5 cm) Schulkinder und Erwachsene 3 Querfi nger (ca. 7,5 cm)


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